Der Süden zu Gast im Norden
Licht ist beileibe mehr als Helligkeit. Es schafft Räume, verändert Farben und verleiht Oberflächen die Tiefe. Es zeichnet Konturen, löst sie Momente später wieder auf und macht sichtbar, was ansonsten im Schatten verborgen bliebe.
Mit der aktuellen Sommerausstellung widmet sich das stilhaus mit großer Begeisterung einer Kraft, die gerade wir an der Küste täglich erleben und im Alltag vermutlich viel zu selten bewusst wahrnehmen.
MATINÉE | 26. Juli 2026 um 12 Uhr
Die Motive des andalusischen Künstlers ANTONIO BARAHONA sind Träger von Licht als eine Art architektonische Kraft. Seine weiß gekalkten und bewachsenen Patios und Gassen sind keine bloßen Schauplätze, sondern Bühne für wanderndes Licht in allen Zuständen. Reflektierend, flirrend und gebrochen.
Die Werke verraten, dass er sich weniger für das Erzählerische, aber umso mehr für die Atmosphäre seines Lebensumfeldes interessiert.
MEINKE FLESSEMANS Arbeiten von der Algarve hingegen konzentrieren sich auf die Flüchtigkeit des Lichtes. Sie schafft Räume in denen die Architektur des Lichtes keine Mauern als Leinwand benötigen.
Vielmehr baut das Licht den Bildraum, indem es entweder Menschen modelliert oder gleich ganze Landschaften in gleißende Spiegelungen auflöst.
Auch weiche, schwebend zurückhaltende Stimmungen machen das besondere Licht des Südens in ihren Werken erfahrbar.
Ergänzt werden diese durch die Arbeiten der Keramikerin ANNA WESTERLUND aus Lissabon.
Diese treten mit dem wechselnden Tageslicht in einen stillen Dialog, da deren archaisch anmutend architektonischen Baukörper mit ihren Rundungen Licht einfangen und dieses über die matte Struktur weich auslaufen lassen.
Die Glasuren, Oberflächen und Formen verändern ihre Wirkung mit jedem Standort und jedem Blickwinkel. Hiermit schaffen wir eine weitere räumliche Ebene der Ausstellung, in der Licht nicht nur dargestellt, sondern unmittelbar erfahrbar wird.